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Donnerstag, 9. Januar 2014

Am Wochenende war Backzeit, mit dem Brotbackautomat Backmeister Unold 4695 wollten wir ein Brot backen. Dieser wollte leider nicht mehr.

Gerät ging einzuschalten, der Motor lief, das Display zeigte alles an, die Programme ließen sich durchschalten.

Ein kurzer Drehtest an der Spindel für den Knethaken ergab, dass die Spindel frei lief und ohne nennbaren Gegendruck zu drehen war. Dadurch ließ sich darauf schließen, dass an dem Drehmechanismus für den Knethaken vielleicht etwas nicht stimmt. Das Gerät noch mal eingeschaltet ohne die Backform ergab dasselbe Ergebnis, der Motor drehte aber die Knethakenspindel lief nicht mit.

Kurzerhand im Internet nach einer Explosionszeichnung für den Backmeister Unold 8695 gesucht. Die Suche blieb leider erfolglos.

Auf der Herstellerseite gibt es einige Ersatzteile zu kaufen, unter anderem die Backform mit der Bestellnummer: 869524 - Backform für 8690, 8695 und 86951, den Kneter für 8600, 8690, 8695, 86951, 68415 und 68615 mit der Bestellnummer: 869538, den Dämpfungsring für 8600, 8690, 8695, 86951, 68415 und 68615 mit der Bestellnummer: 869515. (stand: 09.01.2014)

Leider gibt es keine weiteren Antriebsteile in der Bestellliste somit ließ sich nicht auf das Innenleben schließen. Es gibt einige Händler welche einen Antriebsriemen für den Unold 8695 anbieten. Dies wollte ich aber noch überprüfen, bevor ein Neuer bestellt wird.

Also Werkzeug bereitgelegt um mal nachzusehen, was genau defekt ist.
  1. 1x Längerer Kreuzschlitzschraubendreher
  2. 1x kurzer Kreuzschlitzschraubendreher
  3. 1x kleiner Schlitzschraubendreher
  4. 1x Flachzange
  5. 1x kleine Sprengringzange
Vor Öffnen des Gerätes die Komentare lesen.

Vor Beginn sollte sichergestellt werden, dass das Gerät nicht mehr am Stromnetz angeschlossen ist. Die Garantie verfällt mit öffnen des Gerätes. Jeder der dieser Anleitung folgt sollte sicher sein das ich keine Haftung bei irgendwelchen Schäden oder Fehlern übernehme.

Die Bilder sind leider nur mit einer poppeligen Handykamera gemacht.


Als Erstes muss der Knethaken sowie die Backform entfernt werden. Dann kann Deckel des Brotbackautomaten abgeschraubt werden. Mit einem Kreuzer werden die Schrauben aus dem Gehäusescharnier herausgeschraubt.


Die Scharniere lassen sich danach verdrehen und der Deckel kann entfernt werden. Im nächsten Schritt werden die Schrauben auf der oberen Seite des Gehäuses entfernt.


Die Schrauben dieser Abdeckung werden von unten mit einem schwarzen Plastikring gehalten, dieser fällt evtl. in das Gehäuse hinein kann aber problemlos wieder entnommen werden. Nach dem Lösen der Schrauben wenden wir uns der Innenwanne zu.


Diese ist auf der einen Seite mit dem Heizungsstab und einem Keramik-Klötzchen verschraubt. Die obere Schraubverbindung vom Heizungsstab zum Keramik-Klötzchen kann problemlos gelöst werden. Die untere Verschraubung der Innenwand und dem Keramik-Klötzchen wird mit einer Mutter gegengehalten.


Auf der anderen Seite ist die Wanne mit dem Tempersensor verschraubt. Diese Schraube kann auch gelöst werden.


Zum Schluss noch die Schrauben am Boden der Wanne lösen.


Die Wanne kann nun leicht hochgezogen werden. Dadurch entsteht ein kleiner durchgriff beim Heizungsstab. Durch diesen kann nun der Temperatursensor aus der Halterung gelöst werden.


Die Wanne kann nun bis zur Schraube am Keramik-Klötzchen herausgezogen werden. Um die Wanne vollständig aus dem Gerät zu entfernen, kann man sie nun komplett heraus ziehen, dabei ist darauf zu achten, dass man am Übergang vom Heizungsstab die Wanne ein wenig hinüberrückt.


Als weiterer Schritt sollte nun die Oberplatte mit Display und Elektronik gelöst werden. Diese ist an der Elektronikseite mit kleinen Nasen am Gehäuse eingeschnappt. Um diese zu lösen, einfach mit einem kleineren Schlitzschraubendreher von unten schräg an den Nasen hebeln.

Das Oberteil kann nun entfernt werden. Ich habe es ein wenig auf die Seite gelegt und die Kabelverbindung so gelassen. Es hing nicht sehr viel im Weg rum.


So sollte der Brotbackautomat zu diesem Zeitpunkt aussehen. Um die Bodenplatte mit dem Motor zu lösen, sind die Schrauben an den roten Kreisen zu entfernen.


Die Schraube mit dem blauen Kreis stellte sich als widerspenstig heraus, da diese schräg unter dem Motor verbaut ist. Mit einem längeren Kreuzschlitzschraubendreher ging es dann aber doch flott und die Bodenplatte war locker.


Das Problem stellte sich als folgende dar:
Der Zahnriemen war von dem Zahnrad gesprungen und konnte somit nicht mehr antreiben. Den Zahnriemen wieder aufgespannt die Grundplatte kurz festgeschraubt und einen Funktionstest gemacht. Der Zahnriemen sprang wieder runter.


Nach genauerem Hinschauen entdeckte ich an dem kleinen Ritzel eine Unterlegscheibe mit Sprengring.


Diese Unterlegscheibe war nach unten gebogen und somit ergab sich ein "Schiefdrehen" des Riemens, worauf dieser immer wieder von dem großen Ritzel absprang. Da ich diese Unterlegscheibe nicht in meinem Vorrat hatte, blieb mir erst einmal nur übrig die Scheibe einfach umzudrehen. Der Sprengring wird mit einer Sprengringzange gelöst die Scheibe umgedreht und das Ganze wieder befestigt. Nach einem weiteren erfolgreichen Funktionstest wurde die Brotbackmaschine in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut.

Beim Zusammenbau hat es sich als hilfreich herausgestellt den schwarzen Plastikring erst an einer Schraube festzumachen, dann die Wanne vollständig einzuschieben und eine Schraube nach der anderen einzudrehen.
Mit einer Zange werden bei Bedarf die Nasen an der Ausverkleidung zurchtgebogen, damit diese wieder vollständig einrasten können.

Zu dieser Anleitung noch 10 Tipps für den Umgang mit den Brotbackautomaten von MakeItSweet.

Sowie die Leckeren Brotbackrezepte.

**Update: fehlerhafte Links entfernt

Tags: 8695, Reparatur, Unold, Backmeister, Expolosionszeichnung,
Kategorie: amrande

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Unold Service anrufen!
Bei den oben genannten Problemen unbedingt den Unold Serice anrufen (Tel. 06205/9418-27), sagen, dass man selbst reparieren möchte und sich mit einem "Techniker" verbinden lassen.

Dort gibt es:
1. kompetenten und freundlichen Service, der die Schwachstellen der Geräte genau kennt und weiß wie man sie repariert (mir wurde gleich erklärt, wie ich die defekten Teile austauschen kann)
2. alle Unold Originalersatzteile (auch die auf der Webseite nicht gezeigten) äußerst günstig (habe weniger als 2 Euro für den Zahnriemen bezahlt!)
3. die Bestellung für Ersatzteile wird telefonisch entgegen genommen (geliefert wird auf Rechnung)

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Danke für den Tip.
Ich werde die Tel.-Nr. bei der Nächsten gelegenheit ausprobieren.

Grüße Martin

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Weiterer Reparaturtip.
sehr erleuchtender Beitrag!
Leider nicht da was ich gesucht habe, aber ich habe noch einen (wie ich meine) guten Tipp.

Ich habe schon einige Brotbackautomaten von Unold verschlissen. Da wir beinahe täglich Brot backen (müssen) ist der Verschleiß hoch.

Das häufigste Problem war, dass der Riemen bei festen Teigen die Achse des Rührers krumm gezogen hat. dadurch rutschte der Riemen dann durch und der Rührer knetete nicht mehr.

Der erste Automat war nach einem Jahr schon ein Verlust, Montagsproduktion, dachte ich.
Den zweiten habe ich nach einem Jahr, NACH dem erneuten Lagerschaden gefixt. Der lief dann noch 2 Jahre.
Den Dritten habe ich sofort nach der Lieferung repariert. Der läuft heute noch (5 Jahre).

Und zwar habe ich ein Kugellager mit einem Innendurchmesser wo die Mutter der Achse rein passt auf die Bodenplatte geschraubt. lediglich seitlich gehalten durch 4 Schrauben. Das Kugellager kann nach oben und unten nicht weg, da zwischen der Scheibe und der Bodenplatte gerade genug Platz für das Lager ist.

Dadurch hat die Achse nun ein weiteres Lager und die Scheibe kann sie nicht mehr krumm ziehen.

Da ich mir kein Login für den Blog zulegen möchte sende ich Ihnen den Kommentar so, und hoffe dass sie Ihn für mich online stellen.


Vielen Dank,
Michael
______________________________________

Anm.:
Ist hiermit geschehen. Vielen Dank für den weiteren Tip.
Grüße Martin

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Update und Bilder als Download
Nach mehreren E-Mails, hier die Bilder als Download.



Sorry ich konnte aus Zeitlichen Gründen nicht alle E-Mails beantworten. Es wird aber noch einige Updates zum Artikel geben.

Grüße Martin

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Ein unangenehmes knarzendes Geräusch, wenn der Zahnriemen durchrutscht
Auch bei mir und meinem gerade mal seit 1 Jahr zweimal pro Woche Vollkornbrot backenden Unold 8695: Lagerschaden! Seit einigen Wochen ein sehr unangenehmes Knarzen bei etwas größerem Knetwiderstand, bei dem der Knethaken etwas langsamer läuft. Mein naiver Glaube an eine Rutschkupplung, die im Alterungsprozess früher rutscht, erwies sich nach Lektüre dieses Beitrags und dem Mut, als mäßig begabter Schrauber mal selber Hand anzulegen, als falsch: der Zahnriemen war unterspannt und es stellte sich auch bei mir heraus, daß die Knetachse Spiel hat und durch die Zahnriemenspannung zur Seite gezogen wird, so daß sie nicht mehr im 90-Grad-Winkel steht. Immerhin konnte ich durch Lösen und wieder Festschrauben der 4 Motorschrauben die Riemenspannung wiederherstellen. Dies wird aber nur eine vorübergehende Lösung bleiben, denn der Zahnriemen läuft nun immer leicht am Rand des mittlerweile geneigten großen Zahnrades auf und wird bald entweder abspringen oder reißen.

Ich habe am 29.3. mit dem wahrlich überaus freundlichen Techniker vom Unold-Service gesprochen und bekomme nun neben meiner Zubehör-Nachbestellung noch für knapp 4 Euro eine neues Lager, das ich wohl selber einbauen kann, nachdem ich den Backmeister auch wieder vollständig zusammengeschraubt und voll funktionsfähig wiederhergestellt habe.

Um gleich Nägel mit Köpfen zu machen wäre es mir lieb, Michaels Tipp umzusetzen, wenn ich schon den Knetantrieb erneuere. Hierbei wäre es interessant, welche genauen Maße das Kugellager haben muß und welche Schrauben welcher Länge wie verbaut worden sind. Dann könnte ich mir auf https://www.kugellager-express.de genau das passende Kugellager bestellen und für einen nicht wieder auf ca. 1 Jahr limitierten Einsatz meines Unolds sorgen, der laut Techniker lagermäßig trocken gelaufen sein soll, weswegen er vor Abschicken jedes Lager nochmals mit Balistol schmiert. Für mich eine konstruktionsbedingte Sollbruchstelle, wobei mir ebenso zweifelhaft ist, wieso man nicht wie bei modernen KFZ's einen Riemenspanner verbaut, gerade wenn bei diesen thermischen Belastungen Veränderungen in Längenmassen abzusehen sind.

Wäre es möglich, die genauen Maße, Art und Beschaffenheit des zusätzlich stabilisierenden Kugellagers hier zu veröffentlichen plus Art der Schrauben und Längen, am besten mit Fotos? Das würde anderen Interessierten Zeit und Mühe und mindestens ein Auf- und wieder Zusammenschrauben des Backmeisters sparen helfen, bei dem ich bestimmt 1 Stunde lang mit dem Temperaturfühler gekämpft hatte, bis ich ihn an der Gefäßrückwand dazu bewegen konnte, genau in den Schlitz zu rutschen.

Vielen Dank für diesen gelungenen Artikel, der als einziger eine Lösung dieses häufig anzutreffenden Problems anbietet,

Florian.

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Bin auch an dem Kugellager-Tip interessiert
Hallo,
da ich auch die gleichen Probleme mit dem Standard Lager am Antrieb habe, wäre ich dankbar für eine genauere Beschreibung, wie man dieses Kugellager einsetzt und welches hierfür am besten geeignet ist.

Danke

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Arbeitserleichterung und Wissensteilung
Tja, was soll ich sagen? Ich bin ehrlich gesagt etwas ernüchtert darüber, daß sich auch nach konkreter Ankündigung hier so wenig bzw. rein gar nichts tut, anderen Leidensgenossen ihren Wissensrückstand etwas zu verknappen zu helfen. Bei mir ist immerhin die Lage stabil, mein Ersatz-Kugellager und Ersatz-Riemen harren geduldig im Schrank liegend auf ihren Einsatz und der Unold tut nach wie vor ohne Knirschen seinen Knetdienst.

Ob nach dem Nachspannen des Riemens und insgesamt der Leistung des Auseinander- und wieder Zusammenbaus (auf die ich ausgesprochen stolz bin) die Lage bzw. das Lager stabil bleibt, weiß ich nicht. Immerhin dürfte genau dies das Problem schlechthin sein, daß sich der Riemen durch das Ausleiern des Kugellagers ein Mal so entspannt, daß er durchzurutschen beginnt. Ob das Kugellager nun in leichter Schräglage den gestrafften Riemen weiterhin rutschlos seine Arbeit verrichten läßt, bleibt abzuwarten.

Mir mißfällt allerdings die Situation, daß nach nun fast zwei Monaten und deutlicher Resonanz anderer anscheinend auch von Michael nicht die Bereitschaft besteht, Details über die anscheinend erfolgreiche Modifikation durch Einsetzen eines Kugellagers mitzuteilen. Das ist wenig kooperativ und mit einem Hauch von "Ich hab's hinbekommen, schaut doch selber, wie ihr's macht!". Nicht jeder bringt dieselben Voraussetzungen wie technisches Geschick mit und auch ich traue mir trotz meines erfolgreichen Einsatzes nicht zu, ein passendes Kugellager zu finden und dies im Selbstbau einzusetzen, nicht wissend, wie und wo. Bleibt also für mich nur abzuwarten, ob ich das Unold-Knetlager nicht irgendwann tauschen und dann hoffen muß, daß es nicht wieder ausleiert, wobei ich vermute, daß dies eben nach einiger Zeit wieder geschehen wird und ich den Riemen wieder spannen darf.

Schade nur, daß es anscheinend für andere ein Geheimnis bleiben soll, wie das zusätzliche Kugellager dimensioniert und angebracht wurde. Da könnte man fast sagen: ach hätte ich doch nie davon gehört, dann müßte ich jetzt nicht im bewußten Unwissen verharren!

Florian

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hm
Hallo Florian,

ich verstehe Dein Problem, aber muss auch gestehen ich habe das ein wenig aus den Augen verloren. Momentan habe ich keine Zeit meinen Unold noch einmal auseinander zunehmen.

ABER...

eigentlich ist es doch einfach, wir brauchen den Durchmesser der Mutter unter dem großen schwarzen Antriebsrad. (Gemessen von einer Ecke zur anderen) daraus ergibt sich doch das Innenmaß des

Kugellagers. Wobei das Außenmaß keine Rolle spielen sollte, da diese Kugellager mit Maschinenschrauben neben dem Lager in der Bodenplatte mit Muttern verschraubt werden.



Vlt. habe ich den Ansatz auch missverstanden, dann einfach ignorieren.

Grüße Martin

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ECHT JETZT?!
Warum hast Du meine Frage gelöscht?

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Wie Jetzt?!
Welche Frage wurde gelöscht?

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Techniker von Unold widerspricht
Hallo,
ich habe mich an UNOLD gewandt, weil ich das gleiche Problem habe, dass der Zahnriemen immer abspringt. Auch bei mir ist diese ominöse Scheibe verbogen. Aber der Unold-Techniker meinte, das muss so. Hier seine Antwort:

"Auch ich habe diese Anleitung gelesen.

Diese ist, wie ich aus meiner Sicht sagen muss, Nonsens und mit Vorsicht zu genießen.

Die erwähnte Metallscheibe am Motorritzel ist gewollt so gebogen um den Riemen bei einem Schieflaufen des großen Zahnrades schonend innen zu halten.

Wäre es glatt würde der Riemen immer wieder über die harte Kante der Scheibe laufen und würde an der Außenkante beschädigt werden.

Wenn der Riemen immer wieder abspringt liegt das an einer ausgeschlagenen Lagerbuchse für die Welle des großen Zahnrades.

Um dies zu reparieren ist am Einfachsten der Lagerflansch (die runde Aufnahme für die Backform im Gerät) mit der eingepressten Buchse zu tauschen.

Diese kostet 3,20 Euro netto.

Bitte rufen Sie mich an bevor Sie beginnen das Gerät nach dieser unfachmännischen Anleitung zu zerlegen da Teile demontiert werden die man anschließend nur noch mit Aufwand montieren kann.

Mit freundlichen Grüßen
X.XXXX
Servicetechniker"

Anm.: * Name des Technikers entfernt

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Ich denke nicht, dass eine derartige verbogene Scheibe gewollt war, wie in meinem Fall.

Ich finde es schade, dass ein Unold-Techniker dass hier liest und sich nicht dazu in der Lage fühlt mal eine Info abzugeben, dass dies nicht der Fehler sein soll für ein Herunterspringen des Zahnriemens.

Dieser Beitrag steht hier nun schon seit dem 9. Januar 2014.

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2. Öffnung nach 2 Jahren: Austausch des völlig verschlissenen Lagers
Na so was, da hat sich ja hier auf dem Blog tatsächlich noch was getan! Auch wenn ich wiederholt anmerken muß, daß ich etwas enttäuscht darüber bin, daß nach wie vor eine Geheimhaltung der ziemlich genialen Verbesserung durch das eingebaute Kugellager zu herrschen scheint. Einfach ein paar Angaben zum verwendeten Kugellager, den exakten Maßen etc. wären klasse.

Ich habe aktuell vor ein paar Tagen eine 2. Öffnung vornehmen müssen wegen eines mittlerweile richtig ausgeschlagenen Knetlagers, das ich in den Brotbackautomaten bei entnommener Backform von oben an den Zacken greifend mit der Hand richtig hin und her bewegen konnte, obwohl der Zahnriemen nach wie vor nach meinem 1. Eingriff vor über 1 Jahr nicht durchrutschte, ich aber noch das damals bestellte Ersatzlager hatte. Hierbei ist "Lager" für mich mittlerweile ziemlich übertrieben, da es sich NICHT um eine Kugellagerung handelt, sondern lediglich über eine paßgenaue Führungsöffnung, durch die die Lagerwelle mit Knethaken und Zahnriemenscheibe über eine relativ KURZE Strecke fixiert wird und bei einem Trockenlaufen (wie es eben ohne regelmäßiges Ölen und den hohen Temperaturen zwangsläufig geschieht) anfängt, Abrieb zu entwickeln, also sich zu erweitern und daraufhin für die meisten Benutzer das Erschlaffen und Durchrutschen des Zahnriemens mit sich bringt, da sich die gesamte Welle zum Motorritzel hin bewegt und die Spannung des Zahnriemens nachläßt.

Ich habe das Ersatz-"Lager" tatsächlich einbauen können und den ziemlich hakeligen Zusammenbau ein zweites Mal hinbekommen (das schwierige Einhängen des Temperaturfühlers diesmal in nur rund 2 Minuten!), so daß mein Brotbackautomat nun wie runderneuert mit neuem Lager läuft. Allerdings habe ich vor dem Einführen der Antriebswelle das "Reib"-Lager und die Welle übergründlich mit Balistol getränkt (auf keinen Fall ein anderes Öl oder Schmiermittel nehmen, auch auf Anraten des Unold-Technikers!) und werde dies künftig alle paar Benutzungen wiederholt tun, indem ich bei entnommener Backform seitlich durch eine der kleinen Schlitze mit dem aufsetzbaren "Strohhalm" der großen Balistol-Sprühdose etwas Balistol nach innen an die Welle sprühe (man stößt bei gerader Einführung genau dorthin), um die Schmierung aufrechtzuerhalten, bevor ich nach 1 Jahr wieder erst den Zahnriemen spannen und später erneut das Lager wechseln muß. Auch dies hatte mir vor 1 Jahr der Unold-Techniker geraten, manchmal etwas Balistol dorthin zu sprühen. Der Bereich wird durch Aufsetzen der Backform komplett abgedichtet und meine Befürchtung, beim Backvorgang könnten unangenehme Dämpfe entstehen, ist unbegründet, zumal Balistol lebensmittelecht und eben kein giftiges Öl ist.

Was mich ärgert und wo ich von Unold gezielt gewollte Sollbruchstellen sehe, ist

1.) das Fehlen einer simplen mit voreingestellter Federkraft andrückenden Spannrolle irgendwo im Lauf des Zahnriemens und

2.) ein einfaches Kugellager in der Bodenplatte statt der paßgenauen Führung, bei der immer Reibung entsteht.

Die Spannrolle würde ein aufkommendes Spiel des Zahnriemens kompensieren und ein Durchrutschen verhindern, zudem immer für die werkseitig vorgegebene korrekte Spannkraft des Zahnriemens sorgen. Ein konstruktivisch völlig simpler und kostensparender Einbau genau wie ein Kugellager, das einen Verschleiß durch Reibung bedingt durch thermische Veränderung verhindern würde. Stattdessen wird dem Kunden vorgegaukelt, es handele sich um eine hinzunehmende Abnutzungserscheinung oder einen Fabrikationsfehler. Auf Amazon las ich auch einen Kommentar, der meinte, das Lager sei innen mit Plastik ausgestattet. Ich konnte das beim Ausbau bei meinem alten nicht entdecken, da alles tiefschwarz mit ziemlich festem Öl getränkt war, es könnte aber (meine Vermutung) sein, daß ich ein anderes Austauschlager bekommen habe, weil Unold auf den bekannten Fehler reagiert. Das Austauschlager hatte definitiv keine Plastikinnenseite, sondern war so paßgenau geschliffen, daß ich die Welle auch nach akribischem Säubern fast nicht durchgeführt bekommen hätte.

Vielen Dank für's Lesen und ich wage den Ausblick, daß ich mir beim nächsten fälligen Aufschrauben meines Backautomaten lieber ein anderes Fabrikat kaufen werde, vorher natürlich mit dem Check, wie das Knetlager beschaffen ist. ;-)

Liebe Grüße,

Florian.

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Meinen Senf..
möchte ich hier auch noch dazu geben in der Hoffnung, dass es jemanden weiterbringt.

1. Das "Kunststoff Lager" sieht nur so aus, das sind die Teflonscheiben auf beiden Seiten des Lagers auf der Welle.

2. Es handelt sich um keine schnöde Messing-Laufbuchse sondern um ein Sinterlager: sehr hart, selbstschmierend und sehr gut geeignet für diese Aufgabe. Problem: das Sinterlager sollte fachmännisch mit geeignetem Fett oder Öl getränkt werden (s. Google). Dabei sollte es sich um ein hitzebeständiges (+200°C) und lebensmittelechtes Schmiermittel handeln. Ich probiere gerade ein Sprühfett für den Bäckereibedarf (Ebucht) aus..
Ballistol ist definitv nicht hochtemperaturfest (max 120°C) und verdampft oder verkokt bei den üblichen Temperaturen im Backautomat. Ergebnis: höherer Verschleiß durch die sehr harten Ablagerungen + trockenes Lager.
Die Lagerbuchsen gibt es übrigens bei Unold für 1 EUR. Top, dass ist deutlich unter dem Einzelhandelspreis! Kann mit einem Hammer + Stift ausgertrieben werden (ausbauen oder entsprechend unterfüttern, sonst zerlegt ihr das ganze Gerät beim hämmern..). Beim Einschlagen den neuen Lagers Kunststoff oder Holz dazwischen legen damit das Lager nicht beschädigt wird.
Warum ist das (sehr harte) Sintermaterial so empfindlich? Google.. ;)

3. Ja, die Scheibe auf der Motorwelle soll nach oben gebogen sein. Wenn sich die Achse in der Lagerbuchse durch Abnutzung neigt bleibt der Riemen so weiter auf der Motorwelle. Andernfalls läuft er schon geringer Fehlstellung ab. Bei Riemenplattenspielern ist daher zB. die Motoraufhängung justierbar.

4. Ersatzteile am besten und am billigsten direkt bei Unold. Top Beratung am Telefon! Riemen < 2EUR! Dass ein Servicetechniker keine Anleitungen hier postet ist denke ich selbstverständlich und einfach nicht sein Job. Dafür gibts Service-Manuals, die haben vor der Veröffentlichung dann auch mal Anwälte quergelesen..

6. Den Backmeister Top-Edition 68415 bekommt man auseinander in dem man die drei Schrauben neben der Kontrolleinheit löst und dann die Einheit an der Ecke rechts-hinten beginnt mit einem Schraubenzieher loszuhebeln. Der Rest ist selbsterklärend.

7. Nein ich arbeite nicht bei Unold und bekomme auch kein Geld von denen. Bin aber sehr angetan von dem Service und meinem Backmeister der nach 4 EUR Materialeinsatz wieder schnurrt und bäckt..

Viel Erfolg und viel Spass beim basteln, Grüße
Rob

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Etwas Ketchup dazu...
Hallo Rob,

schön, daß sich hier noch was tut und toll, daß Du was geschrieben hast! Ich möchte dazu gleich mal die eine oder andere Frage oder Bestätigung loswerden...

1.) Der Unold-Service ist in der Tat sehr zuvorkommend! Ich hatte vor über 1 Jahr mit einem Techniker gesprochen, außerordentlich freundlich, nicht gehetzt und er hat mir auch kleine praktische Tipps beim Auseinanderbauen gegeben. Und die nicht offiziell gelisteten Ersatzteile wie (Sinter-)Lager, Welle (Kronenwelle?) etc. kosten nur ein paar Euro, das ist außerordentlich klasse. Auf diese Weise kommen meine für wenige Euro georderten Ersatzteile (Riemen, Ersatzlager, neuer weißer Dämpfungsring für die Backform-Arretierung) nun zum Einsatz und ich habe trotz tatsächlicher Arbeitszeit von knapp 4 Stunden letztendlich ein neuwertiges Gerät.

2.) Der Techniker von Unold gab mir im ausführlichen Gespräch über das Leid mit dem Ausleiern der Antriebswelle an, daß er persönlich vor dem Versand jedes Ersatzlager mit Ballistol schmieren würde (was auch deutlich in der Aufbewahrungs-Plastikfolie zu sehen war). Ich beziehe mich ausschließlich auf das überall erhältliche Ballistol Universalöl, das es überall zu kaufen gibt. Wie ich gerade sehe, gibt es eine Reihe anderer Ballistol-Öle, auch ein hitzebeständiges bis 1000° C. Ich schätze die Backtemperatur beim Unold auf deutlich unter 200° C (gemessen an der längeren Backzeit für Kuchen), d.h. es dürften (deutlich) unter 180° C Backtemperatur sein, evtl. 160° C. Dazu kommt, daß die Welle und das Lager durch den Verschlußmechanismus inklusive weißem Dämpfungs-/Abdichtring für die Backform abgedichtet sind und niemals die volle Temperatur bekommen. Ich glaube nicht, daß wir hier weit über oder gar auf die von Dir genannten 120° C kommen dürften. Ich bin kein Experte und stelle diese Einschätzung nur mal in den Raum.

3.) Nach wie vor wäre es einfach und in der Tat produktiv, wenn von fachkundiger Seite sprich Unold-Techniker oder gar bereits unter Wartung oder Pflegehinweise in der Anleitung angegeben für den dauerhaften Betrieb angesichts dieses Speziallagers ein passendes Wörtchen bezüglich des Öls fiele. Daß dies völlig ausbleibt und wirklich reihenweise Kunden genau an dieser Sollbruchstelle verärgert sind und mit Reparatur oder gar Neuanschaffung konfrontiert werden, ist zweifellos von Seiten der Industrie gewollt. Wäre ich kein autodidaktischer Selbstbastler in Mittelklasseform, wäre mein Unold nach exakt einem Jahr unbrauchbar gewesen, da der Antriebsriemen bereits bei mittelfesten Teigen komplett durchzurutschen begann. Ich bin ziemlich perfektionistisch, was den Umgang mit Geräten und gerade das Backen mit dem Unold angeht, sprich mein Brotbackautomat wurde 1a behandelt und war keinerlei übermäßiger Beanspruchung oder unsachgemäßer Anwendung ausgesetzt (z.B. minutenlanges Totalblockieren des Antriebs etc.). Normalerweise hätte dies nun eine kostenpflichtige Reparatur oder eine Neuanschaffung nach sich gezogen, hätte ich nicht für wenige Euro die Ersatzteile bestellt und in zwei jeweils mehrstündigen Reparaturvorgängen meinen Backautomaten nachgebessert und wieder einsatzbereit gemacht. Der normale Benutzer macht jedoch so was nicht und mich ärgert, daß wir uns hier in einem Forum darüber austauschen und teilweise rätselnd fachsimpeln müssen.

4.) Ich habe nach mittlerweile 3 Backvorgängen nach der geschilderten vierstündigen Reparatur insgesamt zwei Mal kurz vor dem Einsatz mit der Strohhalm-Sprühverlängerung der Ballistol-Dose ein wenig in Richtung Welle nachgesprüht. Diese sitzt nun absolut stabil ohne jedes seitliches Spiel, wenn man von oben in den Brotbackautomaten greift und die Zacken der sich drehenden Mitnehmer-Welle hin und her bewegen möchte. Auch gewisse "unrunde" Geräusche (jeweils pro Umdrehung) sind völlig weg. Ich bleibe vorerst dabei und werde regelmäßig nachschmieren, auch wenn ich nicht abschätzen kann, wie viel bzw. wenig an Öl bei der noch super paßgenauen Führung tatsächlich während des laufenden Betriebes in das Lager hinein gelangt. Ob ich hierbei eine Verlängerung (oder gar Verkürzung?) des bisherigen "Wartungsintervalls" erzielen werde, bleibt abzuwarten. Und ich sage an dieser Stelle auch ganz klar, daß bei einem erneutem Ausleiern mit der bekannten Funktionsbeeinträchtigung dann bei mir Schicht im Schacht ist - man weiß dann schließlich, auf was man beim Neukauf in Zukunft achten und worüber man sich vorher informieren sollte!

Liebe Grüße,

Florian.

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